Fi­lin­chen – Die Le­gen­de lebt

Die­ses Mi­ni­büch­lein er­zählt die Ge­schich­te der be­lieb­ten Fi­lin­chen zwi­schen Nach­kriegs­not, Plan­wirt­schaft und 21. Jahr­hun­dert. Heute lie­gen die ge­sun­den Waf­fel­bro­te mehr denn je im Trend. Ab­wechs­lungs­rei­che Re­zep­ti­de­en laden zum Pro­bie­ren, Ex­pe­ri­men­tie­ren und Ge­nie­ßen ein.

Meine Leis­tun­gen

Das Buch ent­stand im Som­mer 2014 im Er­geb­nis lan­ger Ge­sprä­che mit Dr. Mi­cha­el Hei­ne­mann, dem ge­schäfts­füh­ren­den Ge­sell­schaf­ter der Fi­lin­chen-Mut­ter, der Wei­ßen­fel­ser Han­dels­ge­sell­schaft.

Le­se­pro­be

Heiß ge­ba­cken – heiß be­gehrt

Dass die Kun­den in den Diät-Fach-Ge­schäf­ten Schlan­ge stan­den, um an die be­gehr­ten Waf­fel­bro­te zu kom­men, die unter der Hand ver­scho­ben wur­den und Dia­be­ti­ker trotz Aus­weis leer aus­gin­gen, wuss­ten die Mit­ar­bei­ter in Apol­da nur zu genau. Glück­lich waren sie dar­über nicht, ar­bei­te­ten sie doch täg­lich unter schwie­ri­gen Be­din­gun­gen. Man kann sich den­ken, wel­che Hitze an den zehn großen Back­au­to­ma­ten herrsch­te, in denen För­der­bän­der die ku­chen­blech­großen Fi­lin­chen-Back­for­men durch die lan­gen gas­be­heiz­ten Brenn­kam­mern zogen. Zum Schnei­den und Ver­pa­cken muss­ten die hei­ßen Ble­che aus dem Ofen ge­nom­men und zum Küh­len ge­sta­pelt wer­den – schweiß­trei­bend, in Hand­ar­beit, 3.000-mal pro Schicht. Glück­li­cher­wei­se über­nah­men die großen Teig­mi­scher, die au­to­ma­tisch aus ge­wal­ti­gen Silos be­füllt wur­den, das Auf­schla­gen der be­nö­tig­ten Teig­men­gen.

Auch beim Ver­pa­cken der zer­brech­li­chen Ware hal­fen in den Sieb­zi­ger­jah­ren mo­der­ne Au­to­ma­ten. 50 Päck­chen spuck­ten die An­la­gen in der Mi­nu­te aus. Das waren sa­gen­haf­te 24.000 Fi­lin­chen­pa­ckun­gen täg­lich. Wei­ter­ver­packt zu je ein­hun­dert Stück mach­ten sie sich in großen Um­kar­tons auf den Weg in die Re­pu­blik zu mehr oder min­der ge­dul­dig har­ren­den Kun­den. Erst im LKW und dann mit der Bahn nach Ber­lin, nach Leip­zig und Karl-Marx-Stadt. Von dort kamen le­dig­lich die großen Kar­tons zu­rück, die, so oft es nur eben ging, wie­der ver­wen­det wur­den, um die chro­nisch knap­pen Res­sour­cen zu scho­nen. Spe­zi­el­le Er­zeug­nis­se des VEB GUTENA, wie glu­ten­freie- oder ei­weiß­ar­me Mehl­mi­schun­gen wur­den sogar per Nach­nah­me di­rekt an Kran­ken­häu­ser, Sa­na­to­ri­en, Bä­cke­rei­en und auch an pri­va­te Ver­brau­cher ge­sandt.

Im Buch­han­del er­hält­lich

Fi­lin­chen – Die Le­gen­de lebt.
BuchVer­lag für die Frau, Erste Auf­la­ge, Sep­tem­ber 2014.
128 Sei­ten, Hard­co­ver, zahl­rei­che Farb­fo­tos.
ISBN: 978-3-89798-463-9